Stadtentwicklung
Stadtentwicklung ist eine Herausforderung in einer erst 60-jährigen Stadt, die zudem noch aus den ehemals eigenständigen Ämtern Milspe und Voerde ( oder sagt man besser Voerde und Milspe ) zusammengesetzt wurde. Beide Ortsteile haben traditionsgemäß ein sehr eigenes Selbstverständnis und es ist Aufgabe der Politik gleichwohl ein „Ennepetal Gefühl“ zu wecken und zu etablieren. Wahrlich keine einfache Aufgabe. Denn dem Eigenleben, der eigenen Tradition und der eigenen Kultur müssen wir dabei gerecht werden und das Vorhandene stärken.
Milspe nimmt - wahrscheinlich nicht zuletzt wegen der neuen Fußgängerzone - einen Löwenanteil an der aktuellen Diskussion ein. Nicht vergessen dürfen wir jedoch die anderen Ortsteile. Es ist ein großer Vorteil Ennepetals, eigenständige Ortsteile zu haben. Ausdrücklich gelobt wurden zum Beispiel im Flächennutzungsplanverfahren vom Moderator des uns dabei begleitenden Büros „planlokal“ aus Dortmund, Herrn Thomas Scholle, die Schönheiten und der Charakter des Ortskerns von Voerde. Im Verfahren zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes werden wir versuchen, allen Ortsteilen gerecht zu werden. In den dazu durchgeführten 3 Stadtteilforen war erfreulicherweise eine große Beteiligung der Bürgerschaft festzustellen.
Beteiligen werde ich mich nicht an planungsrechtlichen Hirngespinsten!
Das hehre Ziel in den 70er Jahren war, eine Einwohnerzahl von 40.000 Menschen zu erreichen. Hierzu sollte die Entwicklung des Baugebietes Ebbinghausen-Kehr beitragen. Bis heute konnte aber dieser Bebauungsplan nur in räumlich begrenzten Bereichen umgesetzt werden. Es ist müßig, die Gründe hierfür auszuführen, aber eine konsequentere Umsetzung hätte den Einwohnerrückgang ein wenig mildern können.
Das Projekt „Mit der Sonne bauen“ (bezahlbare Baugrundstücke an der Hembecker Talstraße), an dem ich seit Jahren verantwortlich mitarbeite, werde ich auf Grund der Erfahrungen aus der Vergangenheit konsequent weiter verfolgen. Ca. 180 Wohneinheiten sollen dort in den nächsten Jahren entstehen. Mit den städtischen Baukindergeldzahlungen und eigenen Förderprogrammen für die Nutzung regenerativer Energien hat der Rat unserer Stadt die Weichen richtig gestellt. Ich kämpfe dafür, dass wir unser Ziel, überwiegend Familien aus anderen Städten an uns zu binden, erreichen werden. Ein gelungener Beitrag, um den Rückgang der Bevölkerungszahl in einem erträglichen Rahmen zu halten. Und wenn wir heute auch nicht mehr über 40.000 Einwohner reden, so werde ich jedenfalls meinen Einfluss geltend machen, die so genannten „weichen Standortfaktoren“ in Ennepetal zu stärken, um unsere Stadt für die hier lebenden Menschen noch attraktiver zu machen und somit ein erhöhtes Abwandern zu verhindern.
Vielleicht haben sie schon einmal vom so genannten „Stadtumbau West“ gehört. Damit ist der Bereich zwischen B 7, Friedrichstraße und Voerder Straße gemeint. Selbst wenn man es noch so gut mit Ennepetal meint, dann kann man diesen Stadteingang insgesamt nicht als gute Visitenkarte bezeichnen. Denken sie nur an die Spielhalle an der Ecke Neustraße/Voerder Straße. Diesen Schandfleck müssen wir beseitigen.
Zudem ist der Verkehrfluss auf der Neu-, Friedrich- und oberen Voerder Straße nur noch bestenfalls mit „schwach befriedigend“ zu bewerten. Nicht auszudenken, wenn es uns gelänge, z.B. BERLET im Bereich des Haus Ennepetal anzusiedeln; wie sollte dann das erhöhte Verkehrsaufkommen bewältigt werden?
Das Programm Stadtumbau West - ein Pendant zum Aufbau Ost - ist mit erheblichen Fördermitteln ausgestattet und meine Gespräche mit der Bezirksregierung Arnsberg lassen mich hoffen, dass wir bereits im nächsten Jahr zum Zuge kommen können.





