Ach ja....., der Bahnhof,

Wilhelm Wiggenhagen - 10.11.2010

ist ein Ausspruch, den ich mehr als einmal in letzter Zeit gehört habe, wenn ich mit Ennepetalern über das Bahnhofsprojekt gesprochen habe. Wer nicht gerade täglich den Zug benutzt (oder benutzen muss), hat - gelinde ausgedrückt - nicht das „elementare Interesse“ an der weiteren Entwicklung. „Aber nicht, weil es uns nicht interessiert, Herr Wiggenhagen, sondern weil man so wenig darüber hört“, wird das vermeintliche Desinteresse dann relativiert. Fakt ist aber, dass niemandem das Recht zusteht, im Zusammenhang mit dem Bahnhof im Namen aller Ennepetaler zu sprechen, genau so wenig, wie es richtig ist, die Bürgerinnen und Bürger nicht einzubinden. Und hier scheint mir der im Frühjahr gegründete Förderverein Denkmal Bahnhof dazu gelernt zu haben. Die in der Mitgliederversammlung am letzten Freitag dargelegten geplanten Aktivitäten lassen für mich nur den Schluss zu, dass in den nächsten Monaten intensiv auf die Mitbürger zugegangen werden soll, um den Erhalt des Bahnhofsgebäudes zu einem zentralen Diskussionsthema in allen Bereichen, in Politik, in Medien, aber auch in privaten Erörterungen hier in Ennepetal zu machen. Noch ist es verstärkt das Thema einzelner Bürger und bedauerlicherweise von einer für mich nicht immer nachvollziehbaren - meinem Anschein nach auch ein wenig persönlichen – Auseinandersetzung geprägt.
Noch vor ein paar Monaten eventuell für mich nachvollziehbare Kritik am Vorgehen des Vereins ist nach meinem Empfinden jetzt nicht mehr haltbar, denn das veränderte Vorgehen ist geradezu mit Händen zu greifen. Umso unverständlicher ist für mich die Forderung, „doch endlich die Schranken zu öffnen“! Wer das fordert, nimmt in Kauf von dem Zug, der kurz vor der Abfahrt steht, überfahren zu werden. Das wäre sehr schade und kann niemand wirklich wollen.
Meine Forderung ist vielmehr, schnellstens den Zug wieder zu betreten, den man während dessen - möglicherweise unnötigen - Haltes verlassen hatte, um sich ein wenig die Beine zu vertreten. Nicht alle Mitreisenden sind einem sympathisch, aber sprechen von einem Ziel:
„Dieses Bahnhofsgebäude muss erhalten werden!“ Uneinigkeit über den Weg zum Ziel gibt es in unserer Gesellschaft tagtäglich und an jeder Stelle. Letztlich entscheidet aber - wie überall - eine Mehrheit, schließlich leben wir ja in einer Demokratie. Ändern kann ich aber nur dann etwas, wenn ich dabei bin!
Ich glaube und hoffe, es wird ein ganz schneller Zug, die Haltestellen werden weniger und die Möglichkeiten, bei anderen Gelegenheiten wieder einzusteigen, sehr rar.
Übrigens! Auch wenn ein Zug fährt, kann man auf der Fahrt noch an Konzepten arbeiten! Er muss aber erst einmal in Fahrt kommen! Abfahren wird er jedenfalls in Kürze.

Schöne Grüße
Wilhelm Wiggenhagen