Selbstkritik tut manchmal Not, auch bei mir!!!
Wilhelm Wiggenhagen - 20.06.2010
Enkhausen im Sauerland war der Geburtsort von Heinrich Lübke. Ich gehe mal davon aus, dass auch die jüngeren unter uns wissen, dass es sich hierbei um den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gehandelt hat, der dieses Amt von 1959 bis 1969 bekleidete. Der „gemeine Sauerländer“ gehörte schon damals nicht unbedingt zu den kommunikationsfreudigsten Zeitgenossen und Heinrich Lübke war als Vertreter dieses Menschenschlages darüber hinaus auch nicht als ausgesprochen begnadeter Redner zu bezeichnen. Insofern hielt er nur in den seltensten Fällen eine Rede ohne schriftliche Vorlage. Und so blieb es nicht aus, dass sich Zeitungsredakteure, sowie professionelle und auch nicht professionelle Satiriker aller Schattierungen mit Vorliebe mehr auf verbale „Entgleisungen“ dieses Bundespräsidenten stürzten, als auf seine eigentlichen Amtsgeschäfte. Neben anderen wahren oder halbwahren Begebenheiten, wurde immer wieder eine Rede kolportiert, in deren Verlauf er zunächst die Worte „meine sehr geehrten Damen ...“ gesagt haben und nach dem Umblättern des Manuskriptes
(und der damit verbundenen zeitlichen Spanne) mit den Worten „... und Herren !“ fortgefahren sein soll.
Schon früh in meinem Leben habe ich über diese (wie ich meinte typisch Sauerländer) „Unbeholfenheit“ geschmunzelt und mir fest vorgenommen, sollte ich selber einmal in die Verlegenheit geraten, öffentliche Begrüßungen vornehmen zu dürfen oder gar Reden zu halten, möglichst frei und „unbefangen“ zu sprechen. Wie Sie wissen, liebe Leserinnen und Leser, gehören Reden wie selbstverständlich zum „täglichen Brot“ eines Bürgermeisters und ich hatte (irrtümlich) angenommen, es funktioniere alles ohne einen „Zettel“. Ich habe wirklich nicht geahnt, wie schnell man dann im Rahmen einer Begrüßung einen maßgeblichen Gast vergessen kann. Und es nützt auch nichts, wenn man glaubt, vorbereitet zu sein und den einen oder anderen Namen schlichtweg überliest.
So gelobe ich in diesem Punkte Besserung und entschuldige mich bei denjenigen, die ich in den letzten Wochen vergessen habe (... die zum Glück wenigen „Betroffenen“ wissen selber, wer gemeint ist).
Ich entschuldige mich aber auch bei Heinrich Lübke für manch vorlaute Bemerkung. Denn soviel ist mir klar geworden:
Zumindest bei Begrüßungen ist es allemal besser, „schlecht vom Zettel abzulesen“, als regelmäßig (vielfach geladene) Gäste zu vergessen!
Aber ansonsten bleibe ich soweit es geht lieber bei der „freien Rede“. Denn es kann ja niemand im Saal wissen, was ich hätte sagen wollen (sollen) und so weiß auch niemand, ob ich etwas vergessen habe!!!
Schönes Wochenende (gehabt zu haben)
Ihr
Wilhelm Wiggenhagen





