Pfingsten scheint die Sonne. Basta!
Wilhelm Wiggenhagen - 20.05.2010
So - oder jedenfalls so ähnlich - muss die Abschlussbesprechung beim TuS Ennepetal geendet haben, als sich die Verantwortlichen entschieden, ihr jährliches Jugendfußballturnier nicht mehr Ostern, sondern an den Pfingstfeiertagen durchzuführen. Wie wir heute wissen, war dies eine weise Entscheidung! Und wenn auch in den vergangenen Jahren nicht immer an allen Turniertagen die Sonne geschienen hat, so stand trotzdem das „Pfingstturnier“ (seit Jahren der Inbegriff für hochkarätigen Jugendfußball) zumindest immer unter einem „strahlenden Stern“.
Die Entwicklung zu einem der renommiertesten A-Jugendfußballturniere Deutschlands, dem Spax - Cup, war kein Selbstläufer und über die Jahrzehnte haben unzählige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer dem TuS Ennepetal und unserer schönen Stadt ein sportliches Highlight der Extraklasse geboten. Der Turnierablauf wurde immer weiter professionalisiert und trotzdem ist das Bremenstadion nach wie vor eine Begegnungsstätte für Jugendliche aus den unterschiedlichsten Nationen und Kulturkreisen. Neben den hervorragenden deutschen Mannschaften haben junge Menschen aus 20 weiteren Nationen hier ihre Visitenkarten abgegeben, darunter solche Ausnahmekönner wie Jens Lehmann, David Beckham, Andrei Schevtschenko oder Jürgen Klinsmann. Eifrige Turnierbesucher werden sich genau so gerne an das hervorragende Zusammenspiel von Olaf Thon und Michael Skibbe als tragende Säulen der seinerzeitigen Schalker Mannschaft erinnern, wie an die Sturmläufe von Fernando Torres oder die schon damals außergewöhnliche Abwehrarbeit von Tony Adams.
Ich selber kann mich an eine Begebenheit erinnern, die allerdings schon weit zurückliegt. Seinerzeit wurde in den Wohnungen dieser Republik noch GESCHRAUBT und nicht wie heute GESPAXT. Das Turnier hieß einfach Pfingstturnier - nicht wie heute Spax Cup - und in unserem „Keglerdomizil“ ( bei Udo Zoller ) waren die Stuttgarter Kickers zum Abendessen erschienen. Ilona und ich kamen sehr schnell mit einem freundlichen Schwaben ins Gespräch, der nach dem Essen auch noch das eine oder andere Bierchen mit uns trank. Namen waren zwar unwichtig, aber er stellte sich höflich vor: „ Mein Name ist Guido Buchwald.“
Wenn ich damals geahnt hätte, dass ich den „Weltfußballer-Maradonna-zur-Bedeutungs
losigkeit-Verdammer“ vor mir gehabt hätte, dann hätte ich mir sicherlich einige Autogramme besorgt, denn (als Erklärung für die Jüngeren unter uns) es hat Zeiten gegeben, in denen für „einen Buchwald“ mindestens „drei Beckenbauer“ geboten wurden. So bleibt die Erinnerung, auch an Guido`s Versprechen, unserem Polterabend beizuwohnen.
Hat er wohl vergessen! Sei ihm verziehen!
In diesem Jahr begrüßen wir - neben den Mannschaften VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach und Hamburger SV - auch Sportler aus Schottland, Belgien, Brasilien und Tschechien. Ich wünsche allen den verdienten Erfolg und dem Turnier einen sportlich fairen Verlauf. Man wird es mir nachsehen, dass ich ganz besonders dem Team des TuS Ennepetal die Daumen halte, denn in jedem Spiel müssen „unsere Jungs“ an ihre Leistungsgrenze gehen und ich bin sicher, dass sie das auch tun werden.
In der Hoffnung, dass wir uns an den Turniertagen alle im Bremenstadion sehen, verbleibe ich mit sportlichem Gruß
Ihr - etwas fußballverrückter -
Wilhelm Wiggenhagen





