Das "Weiße Haus"...
Wilhelm Wiggenhagen - 15.05.2010
steht nicht nur in Washington, sondern auch an der Bergisch - Märkischen Eisenbahnstrecke zwischen den Städten Schwelm und Gevelsberg, exakt zwischen Rahlenbecker- und Kruiner Tunnel auf Ennepetaler Stadtgebiet und ist
.....unser Bahnhof!!
Schön, dass man - nach Jahren des offensichtlich unaufhaltsamen Verfalls - mal wieder so eine Einleitung für einen Artikel wählen kann, denn zahlreiche fleißige Hände haben sich in den letzten Wochen um das Gebäude sehr verdient gemacht. Und so gilt mein Dank an dieser Stelle der GEBAL aus Gevelsberg und der Jobagentur EN, die mit dem Farbanstrich dem alten Gebäude wieder „einen ersten Anschein von Leben“ eingehaucht haben. Man staunt nicht schlecht, was so ein bisschen Farbe schon ausmachen kann und wenn die „Schmierfinken“ ihre Finger von den Spraydosen lassen, dann könnte man dies zumindest als einen ersten Schritt auf dem Weg zu einem vernünftigen Entree nach Ennepetal (wenn man denn mit dem Zug kommt) betrachten.
Dass es weitergehen muss - und selbstverständlich auch wird - steht für mich und den neu gegründeten Förderverein für das Denkmal Bahnhof außer Frage. Aber hierfür müssen finanzielle Ressourcen geschaffen und entsprechende Finanzquellen „angezapft“ werden. Das dauert so seine Zeit; und ich will nicht verhehlen, dass sich aktuell auch der Ankauf des Gebäudes durch die Stadt hinauszögern könnte. Er wird aber kommen, da habe ich gar keinen Zweifel.
Von Anfang an war ich der Überzeugung, dass die Stadt und ihre Bürger eine Verpflichtung verbindet, dieses Bahnhofsgebäude auch der nachfolgenden Generation zu erhalten. Schließlich wird der Personenverkehr ab Elberfeld bereits seit 1849 über Hagen, Witten und dann nach Dortmund betrieben. Und unser Bahnhofsgebäude ist ein sichtbares Zeichen für die Entwicklung der Verkehrs- und Wirtschaftsgeschichte dieser Region, insbesondere aber der Stadt Ennepetal. In seiner jetzigen Form präsentiert es sich - nach zahlreichen Um- und Anbauten - seit 1908, mithin auch schon über 100 Jahre. Der Ursprungsbau stammt aus der Zeit des Streckenbaus aus den Jahren 1846/1847. An so etwas kann man einfach nicht mit der „Abrissbirne“ herangehen.
Wie traurig müssen die Gevelsberger gewesen sein, als 1963 ihr eigener Bahnhof an dieser Strecke stillgelegt wurde und sie seit 1968 lediglich als Anhängsel auf dem Bahnhofsschild der Stadt Ennepetal erscheinen. Das sollte uns möglichst nicht passieren und die umfangreichen Arbeiten der Deutschen Bahn zeigen mir, dass der Haltepunkt wohl nicht in Frage gestellt wird. Jetzt brauchen wir einfach nur noch ein ansehnliches und möglichst auch funktionierendes Empfangsgebäude.
Die Geschichte zeigt, dass an diesem Streckenabschnitt zwischen Schwelm und Gevelsberg schon in der Bauphase alles schwierig war. Aber unsere Vorgänger haben die Täler der Rahlenbecke und der Ennepe ebenso überwunden, wie sie den tiefen Einschnitt in den Bergrücken in der Nähe des Haus Martfeld mit Hilfe von zahlreichen Arbeitern und Schubkarren geschafft haben. Und wenn ich an den als „Wunderbau“ bezeichneten Kruiner Tunnel denke, der zur Überbrückung des Zusammentreffens von Ennepe, Kölner Strasse und Bahnlinie auch heute noch dient, dann ist mir auch um ein weiteres „Wunder“ im Zusammenhang mit der Instandsetzung des Gebäudes „wahrlich nicht bange“.
Vielleicht bekommen wir irgendwann sogar wieder einen „Stationsvorsteher“; an Tankstellen wird ja auch hie und da schon wieder bedient.
Danke an die Mitglieder des neu gegründeten Bahnhofsvereines, die ihre Arbeit für den Erhalt des Gebäudes aufgenommen haben. Wenn auch Sie Interesse am Erhalt unseres Bahnhofes haben, helfen sie mit. Der Verein heißt „Förderverein Denkmal Bahnhof Ennepetal (Gevelsberg) e.V.“ Informationen finden Sie in Kürze auf seiner Webseite www.Bahnhof-Ennepetal.de. Beitrittsformulare gibt es u.a. aber auch an der Rathausinfo an der Bismarckstraße.
Schöne Grüße
vom immer noch von der Ennepetaler Local-Heroes-Woche beeindruckten
Wilhelm Wiggenhagen





