Ich - jedenfalls - war nicht wirklich überrascht,...

Wilhelm Wiggenhagen - 23.03.2010

dass so viele Menschen zu der Informationsveranstaltung über den Integrationsrat am Mittwoch letzter Woche ins Haus Ennepetal gekommen waren. Denn schließlich hatte ich selber den Vorschlag unterbreitet, in Ennepetal lebende Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund über die Aufgaben und Arbeitsweise eines Integrationsrates zu informieren und - wenn nötig - das Interesse an einer Mitwirkung zu wecken.

Und was ich in letzter Zeit in unserer schönen Stadt schon mehrfach erlebt hatte, hat sich an diesem Abend eindrucksvoll bestätigt: „ Die Ennepetaler (und hier ist es völlig egal, wo sie geboren wurden) sind an Mitwirkungsmöglichkeiten im politischen Alltag weitaus interessierter, als man es Ihnen gemeinhin zugetraut hatte.“
Gekommen waren an diesem Abend 61 Ennepetaler mit Migrationshintergrund.

Mein von vornherein vorhandener Optimismus konnte auch von offensichtlich „nicht so gut informierten“ Kreisen der Politik, die mir Halbherzigkeit oder Amateurhaftigkeit im Umgang mit dem Thema vorwarfen, nicht erschüttert werden. Wusste ich doch sowohl den ehemaligen langjährigen Vorsitzenden des Ausländerbeirates ( heute ist er Ratsmitglied ) Giuseppe Bianco als auch die Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit in Person von Uwe Schumacher auf meiner Seite. Gemeinsam mit der VHS und der Initiative wurden entsprechende Übersetzungen gefertigt, abschließend 1.366 Einladungen verschickt und umfangreiche Infos über Kindergärten, Schulen und große Firmen verteilt. Über die VHS und die Initiative wurden zudem noch Übersetzungen in verschiedene Sprachen gefertigt und verteilt.

Und es hat sich gelohnt !
Zugegeben! Selbst der Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Migrantenvertretungen (LAGA), Herr Patzek, aber auch der Leiter der VHS, Herr Battenberg, hatten eine solche Teilnehmerzahl nicht für möglich gehalten, bzw. noch nicht erlebt. Aber wie gesagt !
Die kannten bisher die Ennepetaler noch nicht! Nun kennen sie sie!.

Ich verrate sicherlich kein Geheimnis, wenn ich hiermit erkläre, dass mein Bestreben weiterhin dahin geht, auch in Ennepetal einen Integrationsrat wählen zu lassen; und zwar auf freiwilliger Basis. Wenn auch zu Beginn der Wahlperiode alle Fraktionen
(ich betone: alle Fraktionen) gemeinsam der Auffassung waren, dass die Wahl nur dann durchgeführt werden sollte, wenn die nach dem Gesetz erforderliche Zahl von Unterstützungsunterschriften vorliege, so scheint nunmehr - und wahrscheinlich erst Recht nach dieser erfolgreichen Veranstaltung - ein Umdenkungsprozess einzusetzen.
Fairerweise muss ich sagen, dass das Umdenken bei manchen etwas schneller erfolgt, als bei anderen. Aber wenn wir unter dem Strich gemeinsam zu einem vernünftigen Ergebnis kommen, dann ist es „doch gut so“.

Sie sind übrigens heute schon herzlich eingeladen zum Internationalen Freundschaftsfest am 20.6. in Milspe. Auch diese von der Stadt gemeinsam mit der Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit durchgeführte Veranstaltung wird ganz sicher in diesem Jahr einen Beitrag dazu leisten, das wichtige Thema "Integration" in unserer Stadt weiter nach vorn zu bringen.

Schöne Grüße
Wilhelm Wiggenhagen