"Was geht denn da schon wieder ab?",
Wilhelm Wiggenhagen - 13.03.2010
fragte ich mich auch heute morgen nach dem Lesen des Artikels „SPD fühlt sich von Verwaltung ausgetrickst“ in der Westfälischen Rundschau.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, auf keine wo auch immer veröffentlichten Vorhaltungen, Unterstellungen, Leserbriefe etc. gegen mich zu reagieren. Die Menschen, die so etwas lesen, machen sich ganz sicher ihre eigenen Gedanken dazu.
Nun wird mir heute von meiner Ratskollegin Frau Schöneberg vorgeworfen, ich würde die SPD austricksen, weil die Info-Veranstaltung zur Integration und der Schulausschuss am kommenden Mittwoch fast zeitgleich stattfinden und die beiden in der Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit sehr aktiven SPD-Mitglieder Giuseppe Bianco und Uwe Schumacher auch gleichzeitig Mitglieder des Schulausschusses sind.
Eine einfache telefonische Rückfrage von Frau Schöneberg bei mir hätte genügt, um eine plausible Antwort zu erhalten. Allerdings hat sie diese dann doch wieder auf dem „Altar einer kurzfristigen Schlagzeile“ geopfert. Besonders nachdenkenswert empfinde ich dabei ihre nachfolgende Äußerung: „Ich bin das Chaos, das sich zurzeit in Ennepetal auf allen möglichen Ebenen abspielt, echt leid! Und ich habe allmählich Sorge, dass meine schöne Heimatstadt Ennepetal dabei Schaden nimmt.“
Donnerwetter! Oder besser: Schade!
Sehr geehrte Frau Schöneberg, der Termin für die „Integrationsveranstaltung“ ist abgestimmt und abgesprochen mit der Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit, der Volkshochschule und der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretungen (LAGA), die alle ihren Beitrag zu dieser Veranstaltung schon geleistet haben oder noch in der Veranstaltung am Mittwoch leisten werden. Der Geschäftsführer der LAGA, Franz Paszek, kommt sogar persönlich am Mittwoch zu uns nach Ennepetal, um auf der Veranstaltung vorzutragen. Das Kommen von Herrn Paszek verdanken wir übrigens der Initiative von Pino Bianco, dem das Thema Integration in Ennepetal – genau wie mir - zu recht sehr wichtig ist.
Alle diese Akteure zeitlich „unter einen Hut“ zu bringen war nur für den kommenden Mittwoch möglich – oder erst wieder nach den Osterferien.
Ich will gar nicht erst darüber reden, dass auch Frau Schöneberg selbst auf die Verlegung des Schulausschusses hätte Einfluss nehmen können, zumal ihr beide Termine bekannt waren und Ausschusstermine vom jeweiligen Vorsitzenden und nicht vom Bürgermeister festgelegt werden.
Nun hätte ich mir auch gar nicht die Mühe gemacht, auf den heutigen Presseartikel zu reagieren, wenn ich heute Mittag nicht eine mail von Ursula Gräfe erhalten hätte, die zum heutigen WR-Artikel einen offenen Leserbrief geschrieben hat. Da ich nicht weiß, ob die WR diesen Leserbrief auch drucken wird, veröffentliche ich ihn mal hier auf meiner Webseite.
Ulla Gräfe war zu meiner Zeit als Pressesprecher der Stadt Ennepetal in den 80er Jahren übrigens Mitglied des Rates und stellvertretende Bürgermeisterin.
Sie schreibt an die WR- und WP-Redaktion:
„Sehr geehrte Damen und Herren
Ich habe ja gar nicht gewusst, dass es der SPD personell so „dreckig geht“, dass sie die Herren Bianco und Schumacher überhaupt nicht ersetzen kann. Mann oh Mann! Und das im Rat der Stadt Ennepetal, der eine so hervorragende Regelung hinsichtlich der Stellvertretung in den Ausschüssen getroffen hat, wie sonst kaum eine Stadt. Vereinfacht kann man sagen, dass jedes Ratsmitglied die beiden Herren vertreten könnte. Aber wenn denen allen die Qualifikation fehlen sollte, dann ist das sicherlich ein schlechtes Zeichen für die SPD Fraktion im Rat der Stadt Ennepetal.
Unserer 2. stellvertretenden Bürgermeisterin kann ich nur raten, allmählich wieder mit sachlicher Politik zu beginnen (das „Wahl-Trauerjahr“ ist zwar noch nicht ganz rum, aber ich finde, dass es ausreichend lang war), anstatt die Bürger unserer Stadt damit zu belästigen, dass der SPD qualifiziertes Personal fehlt.
Dann muss man sich eben auf die Suche nach solchen Menschen machen und hat dann kein Problem, SPD Vorstellungen an zwei unterschiedlichen Orten gleichzeitig und ohne Qualitätsverlust zu vertreten.
Ursel Gräfe“
Kurze Anmerkung zum Leserbrief von Ulla Gräfe: Meiner Meinung nach geht es der SPD in Ennepetal personell nicht „dreckig“. Ich kenne mehrere SPD-Ratsmitglieder, die ganz sicher die nötige Qualifikation und entsprechendes Know How haben, die berechtigten Interessen der SPD im nächsten Schulausschuss zu vertreten.
Weiterhin schönes Wochenende
wünscht
Wilhelm Wiggenhagen





