"Himmel, Gebimmel...,"
Wilhelm Wiggenhagen - 02.03.2010
war der verbale Ausdruck der Entrüstung des - leider viel zu früh verstorbenen - ehemaligen Chefs der SPD in Ennepetal und des Heimatvereins Voerde, nicht zuletzt aber des von mir sehr geschätzten Kollegen, Gerd Himmen. Er war übrigens derjenige, der mir als jungem Mitarbeiter der Stadt Ennepetal 1982 die „Geheimnisse“ des städtischen Pressesprechers vermittelt hat. Ich habe sehr viel von ihm gelernt, wofür ich ihm heute noch dankbar bin.
Und hie und da ertönte damals auch in meiner Gegenwart dieses „Himmel, Gebimmel“ nach dem morgendlichen Studium der heimischen Presse und wurde auch ergänzend mit (hier nicht zitierbaren) Kommentaren versehen.
Wohl gemerkt! Gerd Himmen als ehemaliger Pressesprecher der Stadt äußerte sich über Kommentare und Artikel von Journalisten, die - wie er sehr gut wusste - ihr Metier von der Pike auf gelernt hatten und es auch gut beherrschten. Aber selbst bei solchen Profis bemängelte er (teilweise sehr wortgewaltig) eine - jedenfalls für ihn erkennbare - Voreingenommenheit oder mangelhafte Recherche.
Was hätte dieser Fachmann wohl dazu gesagt, wenn sich Amateure dazu aufgeschwungen hätten, sich selbst zu einem „Presseorgan“ ernennen zu lassen und unter dieser Kennzeichnung über fast alles (und auch fast alle) in dieser Stadt in einer Weise zu berichten, dass die unbeteiligten Leser (so es denn wirklich welche geben sollte) glauben könnten, hier ginge alles drunter und drüber und unter den geschilderten Umständen stünde Ennepetal kurz vor dem Kollaps.
Verstehen Sie mich richtig! Ich habe nichts gegen das Internet, aber ich mache mir ernsthafte Sorgen darüber, dass auf die Dauer eine ständige und unablässige Nörgelei zu körperlichen Schmerzen des Nörglers führen könnte. Nun kann man ihm aber leider nicht damit helfen, dass ich mein Amt zur Verfügung stelle. Sicher ist das schmerzhaft, wenn - offensichtlich von keinerlei Sachkenntnis getrübt - Spekulationen über den Ausgang einer Wahl angestellt werden, die sich in der Realität als völlig an den Tatsachen vorbei herausstellen. Aber da muss man durch! Es ist sicherlich eine Binsenweisheit (aber auch die muss erst einmal zu jedem vordringen), dass man auf Dauer nur dann wahr- und - letztlich auch - ernst genommen wird, wenn man ausgewogen berichtet und nicht nur einseitig kommentiert. Ich bin der festen Überzeugung, dass „der interessierte Ennepetaler“ auch gerne wissen möchte, wie die Sichtweise von Rat und Verwaltung ist und sich deshalb umfassend weitaus öfter an anderer Stelle informiert.
Und selbst ein Gerd Himmen würde wahrscheinlich abschließend konstatieren:
„Himmel, Gebimmel, dann soll er doch der Miesmacher bleiben! Wenn er auch noch stolz drauf ist, dann ist das seine Sache! Er soll sich bloß nicht über Schmerzen beschweren!“
Schöne Grüße
Wilhelm Wiggenhagen





