19. Februar 2010, 19.23 Uhr...
Wilhelm Wiggenhagen - 20.02.2010
wird mir auch zukünftig als der exakte Zeitpunkt in Erinnerung bleiben, an dem die BürgerInnen Ennepetals nicht mehr nur darüber diskutiert haben, „was denn andere mal mit dem Bahnhof machen könnten“, sondern „die Ärmel hochgekrempelt“ und mit der Bildung eines Fördervereins „die Sache selbst in die Hand ( in die Hände ) genommen haben“.
Soeben hatte nämlich eine Teilnehmerin des 2. Runden Tisches zum Thema Bahnhof im Haus Ennepetal mit einem Zitat von Henry Ford die Ergebnisse der voraufgegangenen Diskussion so exakt auf den Punkt gebracht, dass sich zu Recht spontaner Beifall einstellte. „Es hänge von jedem selbst ab, ob das neue Jahr als Motor oder Bremse benutzt werden solle“, habe dieser einmal geäußert, und bei diesen beiden Alternativen bedürfe es doch keiner Diskussion, ob ein Förderverein gegründet werde, der - in die Zukunft gerichtet - als Motor seinen Beitrag dazu leiste, das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude an seinem angestammten Platz wieder zum - und mit - Leben zu erfüllen.
Vorausgegangen war eine Zusammenkunft, die meine Erwartungen wieder einmal übertroffen hatte; wenngleich schon der 1. Runde Tisch sehr gut besucht war, mussten meine Kollegen an diesem Abend schnell noch einige zusätzliche Stühle aufstellen, um den ca. 100 Teilnehmern einen Platz anbieten zu können.
Nach dem Informationsteil und der verdienten Pause schloss sich ein reger Gedankenaustausch an. Zwar wurde vereinzelt immer noch der Idee nachgehangen, den Bahnhof abzureißen oder gar abzureißen und an anderer Stelle wieder aufzubauen, aber es stellte sich doch sehr schnell heraus, dass die weitaus überwiegende Anzahl der TeilnehmerInnen die Auffassung vertrat, es müsse ein Bürgerverein oder eine Bürgerstiftung, vielleicht sogar beides, gegründet werden.
Nach einer sehr emotional vorgetragenen Rede von Helga Schulte-Passlack und der Verteilung eines von ihr erstellten Flyers zur Gründung eines Bürgervereins war für mich nur noch unklar, wie viele Menschen noch an diesem Abend ihr Interesse für eine Mitgliedschaft erklären würden; dass er kommen musste, stand völlig außer Frage. Und so hatten „ruck zuck“ 37 TeilnehmerInnen dieses Runden Tisches das Formular unterschrieben und vertrauten der Ankündigung, dass sie alle zu der kurzum stattfindenden Gründungsversammlung eingeladen werden.
Als Bürgermeister bin ich einerseits ein wenig traurig, dass der Stadt auf Grund der Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise - weitestgehend - „die Hände gebunden“ sind, erhebliche Mittel in die Bahnhofssanierung zu stecken; es macht mich aber sehr stolz, Bürgermeister einer Stadt zu sein, in der die BürgerInnen in solchen Zeiten bereit sind, selber Hand an zu legen.
Bremser gibt es auf den Lokomotiven dieser Welt wahrlich genug! Wir brauchen Menschen, die - selbst wenn es manchmal ein wenig phantastisch klingt - wieder danach fragen, „was sie für Ihre Stadt tun können“ und nicht nur auf das schauen, „was die Stadt für sie tun kann“. Solche Menschen habe ich gestern Abend in großer Anzahl getroffen und ich bin mir sicher, dass die zahlreich anwesenden Mitglieder des Rates unserer Stadt von ihnen ebenso beeindruckt sind, wie ich selber.
Hier mein Versprechen!
Für ein Anliegen des Bürgervereins können Sie mich auch nachts wecken!
Interessieren auch Sie sich für den Bürgerverein zum Erhalt des Bahnhofes? Einen Infoflyer zum diesem Thema finden Sie ab Montag an der Info des Rathauses und spätestens ab kommendem Dienstag auch in den Zweigstellen unserer Sparkasse. Würde mich sehr freuen, auch Sie bei der Gründungsversammlung persönlich begrüßen zu können.
Schöne Grüße
Wilhelm Wiggenhagen





