Jeder reklamiert den Bürgerwillen für sich,...
Wilhelm Wiggenhagen - 12.02.2010
egal, ob er für einen Abriss des Bahnhofs plädiert oder für seine denkmalgerechte Instandsetzung.
Egal, ob sie in der Fußgängerzone bummeln oder lieber mit dem Auto zum Einkauf fahren möchte.
Wie oft wird zur Unterstützung der eigenen Position mal eben der „Bürgerwille“ aus dem Ärmel gezaubert. Und der „arme Kerl“ kann sich gar nicht wehren gegen den ständigen Gebrauch, vielleicht auch Missbrauch. Aber man glaubt, ihn zur Bekräftigung des soeben geäußerten sehr persönlichen Arguments dringend zu benötigen. Und was erreicht man? Derjenige, der die gleiche Meinung vertritt, nickt beifällig mit dem Kopf und - mindestens - die andere Hälfte der Bevölkerung schreit entsetzt auf.
Moral: DEN Bürgerwillen gibt es einfach nicht! Das kann auch nicht sein, denn in einer Demokratie soll und muss es immer unterschiedliche Auffassungen geben (und auch geben dürfen). Aber man kann versuchen, den Mehrheitswillen zu ergründen, anstatt einen vermeintlichen Bürgerwillen anzupreisen. Und genau das versuche ich z.B. mit einer erneuten Einladung zu einem Runden Tisch in Sachen Bahnhof am 19.2.2010 im Haus Ennepetal.
Darüber hinaus habe ich aber auch zu diesem Thema eine sehr eigene Meinung, mit der ich nicht „hinterm Berg“ halten möchte. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn es gelänge, in einer konzertierten Aktion dieses wunderschöne denkmalgeschützte Gebäude wieder herzurichten und zu erhalten!
Ich werde DEN – angeblichen - Bürgerwillen auch bei einem weiteren Thema nicht bemühen, denn in Sachen Fußgängerzone habe ich ebenfalls eine feste eigene Meinung. Es kann und darf nicht sein, dass dieses - unter erheblichen Geburtswehen mühevoll entstandene - jüngste Kind der Stadt Ennepetal jetzt wieder zerredet werden soll.
Es ist wahrlich etwas anderes, ob man
- wie ich selber - dafür plädiert, die Fußgängerzone für Fahrradfahrer zu öffnen
- oder sie wieder zu einer Durchfahrtsstrasse zu machen und damit die Entscheidung „Fußgängerzone“ ad absurdum zu führen.
Dieses ewige Hin und Her ist mit mir nicht zu machen. Und wenn ich die politische Situation richtig einschätze, dann mit dem Rat der Stadt auch nicht.
Aber schön sollten wir sie machen, die Fußgängerzone ! Und ich kann all diejenigen nur unterstützen, die sich im Frühjahr und Sommer einen verstärkten Blumenschmuck wünschen. Das gilt - wie ich hörte - sowohl für die Händler in Milspe, als auch für die Menschen, die zum Einkauf nach Milspe kommen. Ich bin ganz sicher, die Idee mit sogenannten Blumenampeln wird nicht daran scheitern, dass sich niemand finden sollte, die Blümchen zu gießen. Das hat seinerzeit doch schon ganz prima mit den „bepflanzten Schubkarren“ geklappt und es werden sich ganz bestimmt auch jetzt genügend Freiwillige zum Gießen finden.
Deshalb hier mein Aufruf an das Citymanagement:
1.) Passt auf, dass sich niemand den Kopf an den Ampeln stösst, aber
2.) hängt sie nur so hoch, dass man gut gießen kann,
3.) sprecht mit den Anliegern und schenkt denen, die gießen wollen, eine Gießkanne
- sofern sie noch keine haben - !
Und Ihr werdet sehen: „Milspe wird erblühen“ !!!
Schönen Gruß
Wilhelm Wiggenhagen





