"Es geht nicht um mich. Ich bin in der Tat integriert,"
Wilhelm Wiggenhagen - 29.01.2010
reagierte das Ratsmitglied Giuseppe Bianco in den letzten Tagen sehr ungehalten, wenn er mit dem Hinweis konfrontiert wurde, er selber wäre doch ein hervorragendes Beispiel dafür, dass ein Integrationsrat oder ein Integrationsausschuss in Ennepetal völlig überflüssig sei. Seinen Berichten über die Arbeit des Ausländerbeirates hier in Ennepetal, dessen Vorsitzender er jahrelang war, konnte man entnehmen, dass sich dessen Mitglieder weniger als „theoretisches Beratungsgremium“, denn als Anlauf- und Unterstützungsstelle für diejenigen verstanden, die zwar willens waren, sich zu integrieren, den Weg aber nicht alleine beschreiten konnten. „Einen Italiener in den Rat der Stadt Ennepetal zu wählen, ist zwar ein guter Anfang, reicht aber wohl doch nicht aus“, bin ich mir mit Ratsmitglied Bianco einig und dies erst recht nach der ersten Beratung im neu geschaffenen Sozial- und Generationenausschuss am gestrigen Abend.
Schon diese erste Sitzung hat mir gezeigt, wie wichtig es war, einen Ausschuss zu bilden, der sich mit den sozialen Problemfeldern eingehend befasst, die es ohne Zweifel auch in unserer Stadt gibt.
Sicherlich kann man argumentieren, dass
- nach Zusammenlegung der Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe zum sog. Arbeitslosengeld II bei näherer Betrachtung der dann verbliebenen Sozialhilfeangelegenheiten und
- unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Sozialhilfeträger (auch hier in Ennepetal ) letztlich der Ennepe-Ruhr-Kreis und eben nicht die Stadt Ennepetal ist,
für einen Sozialausschuss kein Raum sei, weil es „nichts zu entscheiden gebe“!
So mag man argumentieren, ICH ABER NICHT !
Neben zahlreichen anderen Personen innerhalb und außerhalb des Rates habe ich ihn gewollt und so habe ich nach Teilnahme an dieser ersten Sitzung die berechtigte Hoffnung, dass dieser Ausschuss mit seinem sehr weit gefassten Aufgabenfeld alle Angelegenheiten kraftvoll anpacken und hoffentlich auch so bewältigen wird, dass am Ende ausgewogene Vorschläge und zufriedene Bürger stehen. Mit ihm haben die Ennepetalerinnen und Ennepetaler, mit denen das Leben so hart umgesprungen ist, dass sie auf ALG II oder Sozialhilfe angewiesen sind, im politischen Raum unserer Stadt hoffentlich einen Anwalt gefunden, dem sie ihre Nöte vortragen können.
Und - er hat sich auch sofort dem Thema Integration gewidmet. Es war förmlich zu spüren und mit Händen zu greifen, dass gerade die Ausführungen von Giuseppe ( seine Freunde dürfen ihn Pino nennen ) Bianco die Entscheidung wesentlich beeinflussen wird; und dies unabhängig von der Parteizugehörigkeit des einzelnen Rats- oder Ausschussmitgliedes. Da kann und will auch der Bürgermeister nicht abseits stehen. Ich habe dem Ausschuss daher gestern den Vorschlag gemacht, eine Informationsveranstaltung im Haus Ennepetal für unsere ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger durchzuführen und dafür zu werben,
- sich an unserem Gemeinwesen Stadt inhaltlich und faktisch zu beteiligen,
- die Stimme für die Einrichtung eines Integrationsgremiums selber massiv zu erheben und
- das eigene Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, sondern Sach- und Fachverstand für unsere gemeinsame Stadt Ennepetal zu aktivieren.
Welcher Weg hierzu der richtige ist, vermag ich im Augenblick noch nicht zu sagen. Meine Erfahrungen mit meinen so genannten Ortsteilgesprächen (im November war ich in Hasperbach, vorgestern in Voerde und am 8. März geht es nach Oberbauer) haben mir allerdings gezeigt, dass man viel mehr und viel öfter miteinander reden muss. Und so hoffe ich, dass sich ein persönlicher Gedankenaustausch mit möglichst sehr vielen interessierten ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern realisieren lässt.
Da sind Pino und ich einer Meinung! Das wäre auch nicht das erste, was wir beide gemeinsam hinkriegen.
Wilhelm Wiggenhagen





