"Auch im Weihnachtsstress, Herr Bürgermeister?",
Wilhelm Wiggenhagen - 13.12.2009
ist die Frage, die mir in den letzten Tagen mehr als einmal gestellt wurde – letztmalig heute nachmittag von Gerd Sadlowski bei der Weihnachtsfeier der Landsmannschaft Ostpreußen im Wintergarten der Rosine. Und zunächst war ich wie immer versucht, folgende Antwort zu geben: „Weihnachten ist in knapp 2 Wochen; wenn schon Stress, dann allerhöchstens `Adventsstress`!“.
Das habe ich aber nicht getan ! Nicht nur, weil ich höflich sein wollte, sondern weil ich spürte, dass die Frage nicht einfach so dahin gesagt war. In der Regel waren die Menschen offensichtlich wirklich besorgt, dass sich ein Bürgermeister spätestens am Heiligen Abend nur noch allein auf eine Südseeinsel wünscht, weil er einfach keine Weihnachtslieder mehr hören kann und vom guten Essen bereits einen so dicken Bauch hat, dass nicht mal mehr ein „Hühnerbein“ hinein passt.
Dem ist ganz bestimmt nicht so! Ich kann und will nach den Erfahrungen der letzten Wochen das Wort Stress weder mit Advent noch mit Weihnachten in Verbindung bringen. Nein! Es ist mir im Gegenteil eine große Freude, an den zahlreichen „Weihnachts- oder Adventsfeiern“ teilzunehmen, weil ich überall mit einer solchen Herzlichkeit und menschlichen Anteilnahme empfangen werde, dass es einfach frevelhaft wäre, dies mit dem Wort Stress zu umschreiben. Sie werden mir aber sicherlich verzeihen, wenn ich gestehe, dass ich mich manchmal im Stillen frage, ob und wann denn auch bei dieser Feier das traditionelle „O, du fröhliche ..“ gesungen wird; aber ein so schönes Lied ist es einfach wert, es in der Adventszeit auch mehrfach erschallen zu lassen. Es fehlte auch heute bei der Feier der Landsmannschaft Ostpreußen natürlich nicht.
Im Advent freuen wir uns auf die Ankunft von Jesus Christus. Jeder tut das anders und in den zahlreichen Vereinen und Verbänden unserer Stadt gehört die entsprechende Feier zum unverrückbaren Bestandteil des Jahreszyklus. Und so lange dies nicht als Selbstverständlichkeit abgetan wird und dabei die Menschen nicht vergessen werden, die sich eine solche Feier nicht leisten und nicht dabei sein können, ist daran auch wahrlich nichts auszusetzen. Ich werde auch in Zukunft gerne daran teilnehmen.
Eine besondere Herzensangelegenheit möchte ich Ihnen abschließend noch nahe bringen. Bitte unterstützen Sie alle Aktionen, die dazu beitragen, Hilfsbedürftigen - auch in Ennepetal - ein angenehmes Weihnachtsfest zu bereiten. Und wenn Sie gar nicht wissen, wo Sie ein solch gutes Werk tun können, dann empfehle ich Ihnen die Sammelaktion des Mehrgenerationenhauses für den Tafelladen in der Lindenstrasse.
Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnachten und im Neuen Jahr Frieden, Gesundheit und Gottes Segen.
Ihr
Wilhelm Wiggenhagen





