Ratschlag an eine Kollegin!
Wilhelm Wiggenhagen - 28.10.2009
Ich nehme die mehrfach - zuletzt auf der homepage von Frau Schöneberg - veröffentlichten Äußerungen zum Verfahren bei der Bestellung der Stellvertretenden Bürgermeister und die darin enthaltenen Vorwürfe gegen mich zum Anlass, meine Sicht der Dinge wie folgt darzustellen:
Man sollte persönliche Betroffenheit nicht mit Mutmaßungen verquicken und - bei allem Verständnis dafür, dass die Presse eine kurze Antwort erwartet - Gesprächsinhalte immer komplett wiedergeben. Denn sonst setzt man sich der Gefahr aus, dass man durch seinen Gesprächspartner korrigiert werden muss.
Da mir nämlich die Vorschriften der Gemeindeordnung geläufig sind, habe ich in dem von Frau Schöneberg angeführten Gespräch, das sie mit mir geführt hat, bereits deutlich gemacht, dass es zur Wahl der Stellvertretenden Bürgermeister(innen) auch Listenverbindungen geben könnte. Ich kann nicht beurteilen, ob sie nur das gehört hat, was sie hören wollte oder ob sie meine umfängliche Antwort - aus vermeintlichen Zweckmäßigkeitsgründen - jetzt einfach nur verschwiegen hat.
Wie dem auch sei ! Es ist schon erstaunlich, mit welcher Dreistigkeit sie nunmehr mein angebliches Abstimmungsverhalten „veröffentlicht“. Es wird ihr doch nicht entgangen sein, dass es eine geheime Wahl war und - soweit ich mich erinnere - hat weder jemand neben mir in der Wahlkabine gestanden, noch habe ich irgendwo eine Webcam gesehen. Sie spekuliert einfach mal drauf los.
Ein Glück, dass „das Spekulieren“ kein Qualitätsmerkmal für das Bürgermeisteramt ist, denn dann hätte ich mich gar nicht zur Wahl stellen dürfen, weil ich mich doch lieber an nachweisbaren Fakten orientiere.
Sehr geehrte Frau Schöneberg,
ich wundere mich wirklich, dass Sie nur denjenigen Bürgerinnen und Bürgern „einen Willen“ zusprechen, die Sie oder die SPD gewählt haben. Sie sollten sich wirklich einmal fragen, was denn mit dem Willen derjenigen ist, die den Parteien der Listenverbindung CDU / Die Grünen / FDP ihre Stimmen gegeben haben. Können Sie sich gar nicht vorstellen, dass gerade das, was sich als demokratischer Akt im Rat vollzogen hat, exakt dem Wählerwillen dieser größeren Wählergruppe entsprechen könnte?
Noch bin ich bereit, auch mit Ihnen gut zusammenzuarbeiten. Ich will nicht verhehlen, dass ich insofern sehr sachliche und positive Signale aus Ihrer Fraktion erhalten habe und kann Ihnen nur anraten, auch selber den Weg der Sachlichkeit wieder zu beschreiten,
abseits von Ausdrücken wie: „ Machtgelüste oder mit Füßen getretener Wählerwille“.
Schöne Grüße
- von einem kooperationsbereiten -
Wilhelm Wiggenhagen





