Alles Müller...oder was?
Wilhelm Wiggenhagen - 15.07.2009
Der Verlauf der städtischen Ausschusssitzung vor einiger Zeit ließ es zu, dass ich mich einen Augenblick mit dem vortragenden Sachverständigen beschäftigte. Während ich noch dachte, dass „er ein wenig ungewöhnlich gekleidet sei“, spürte ich, wie mein Nachbar mit mir unbedingt über genau dieses Thema reden wollte. Ich sagte nur: “Kein Wort über seine Kleidung“ und eine halbe Stunde später wussten wir, dass es gut war, über solche Nebensächlichkeiten nicht gesprochen zu haben. Denn da beendete Karsten Müller ( genau der war seinerzeit der Sachverständige ) seinen Vortrag darüber, wie man die Schäden am Ehrenmal auf der Hardt wieder beheben könnte. Aus den Worten sprachen Fachwissen, Kompetenz und Begeisterung für die Erhaltung solcher Wahrzeichen aus Stein. Ebenso wie der Ausschuss war auch ich fasziniert und der Steinmetz Karsten Müller erhielt den Auftrag, ein Restaurierungskonzept für das Denkmal zu erstellen.
Mittlerweile ist der Mann mit der „schief sitzenden Mütze“ und der Lederschürze in Ennepetal so bekannt, dass man ihn ohne diese Accessoires wahrscheinlich gar nicht mehr erkennen würde. Er wurde zum „Vater der Füchse“, die überall im Stadtgebiet verteilt stehen. Karsten Müller ist kein geborener Ennepetaler, aber man konnte schon bei Vorlage der ersten zeichnerischen Entwürfe förmlich spüren, dass er eine liebenswerte Figur für diese ( ich glaube, er hat da schon gedacht: seine ) Stadt schaffen wollte. Dies ist ihm - und da sind wir uns sicher alle einig - auch ohne Zweifel gelungen. Und wer gerne einmal einen Fuchs streicheln möchte, der kann es u.a. an dem Bronzefuchs versuchen, den die Firma A.W. Schumacher nach Karstens Modell geschaffen und gespendet hat. Es war das erste Fuchsmodell, das in Ennepetal aufgestellt wurde. Wer es noch nicht weiß ! Sie finden ihn (diesen Fuchs), vom Busbahnhof kommend im Eingangsbereich der Marktstrasse.
Dass dieser Mann aber ein künstlerisches Multitalent ist, hat er in den letzten Wochen bewiesen. Er hatte vom Rockorchester Ruhrgebeat so lange geschwärmt, bis ein Auftritt anlässlich unseres Stadtjubiläums organisiert wurde. Was Ennepetal versäumt hätte, wenn „das wahrscheinlich größte Rockorchester der Welt“ nicht gekommen wäre, können alle Zuschauer sehr gut beurteilen. Und wenn man sich während der Solodarbietung von Karsten Müller ( wieder mal ) über die Kleidung das „Maul zerrissen hätte“, dann nur deshalb, weil dieser es sicherlich bewusst darauf angelegte.
Der Rahmen war günstig, um seinen ( zur Zeit ) letzten künstlerischen Coup zu präsentieren, nämlich das sehr schwungvolle und treffende Lied über Ennepetal. In der heutigen Zeit gibt es eine CD, vor 30 Jahren gab es eine Schallplatte, „Komm und besuch uns mal…“ von den Ennepetaler Sternsingern um Bernhard Steden. Beide – CD und Schallplatte - stehen einträchtig nebeneinander bei uns im Schrank, weil beide ihre Existenzberechtigung haben und Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes sind.
Ich bin froh, ein solches Talent in unserer Stadt zu wissen und hoffe, dass es nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, wenn Karsten Müller singt: „ .... Alt will ich werden, nur mit Dir, Ennepetal !“
Letzten Donnerstag gab Karsten Müller eine Autogrammstunde vor Bücher Bäcker in der Fußgängerzone. Unsere CD vom „Ennepetal-Lied“ ziert seitdem nicht nur sein Autogramm. Auch eine sehr schöne persönliche Widmung sprang für uns dabei heraus. Danke, Karsten!
Mit Ilona, Carsten Michel und Karsten Müller bei der Autogrammstunde vor Bücher Bäcker (Foto: wir-ennepetaler.de)
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(Foto: wir-ennepetaler.de)
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