Unabhängig und trotzdem sozial

Wilhelm Wiggenhagen - 20.06.2009

zu sein, können manche Mitmenschen wohl „nicht unter einen Hut bekommen“. So bin ich tatsächlich dafür kritisiert worden, weil ich mich für die Einrichtung eines Sozialausschusses einsetze, obwohl dies vom Rat unserer Stadt in der Vergangenheit mehrheitlich abgelehnt wurde. Ein Zeichen von Unabhängigkeit ist es aber, sich die Freiheit zu nehmen, eine Entscheidung, die man für falsch hält auch als falsch zu bezeichnen. Und genau das habe ich getan.

Es gibt aber auch Bürgerinnen und Bürger, die mich bei der Verwirklichung unterstützen wollen. So hat mir Tanja Eisermann aus Oberbauer nach dem Lesen meiner Internetseite eine email geschickt und mich auf den Sozialausschuss der Stadt Gütersloh aufmerksam gemacht. „Schau Dir das mal an, eine Freundin meiner Oma war dort tätig und von diesem Ausschuss und seinen Aufgaben ganz angetan“, meinte sie. Natürlich habe ich diese Anregung sofort aufgegriffen und mit der Stadt Gütersloh telefoniert. Der Ausschuss dort heißt „Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit und Soziales“ und hat sich in den letzten Monaten u.a. mit folgenden Themen beschäftigt:

• Einführung eines Sozialtickets
• Oekologische Spartarife für Strom und Gas,
Umgang mit den Folgen des Energiepreisanstiegs im sozial schwachen Teil der Bevölkerung
• Familienkarte, Beschäftigungsförderung, Wohnen im Alter
• Ehrenamtskarte
• Ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter
• Neuausrichtung kommunaler Sozialpolitik
• Fördermöglichkeiten für ausbildungssuchende Jugendliche
• Förderung der Seniorenarbeit der Wohlfahrtsverbände
• und und und

Fällt Ihnen etwas auf? Alles Themen, die auch hier in Stadt Ennepetal intensiver politisch diskutiert werden müssten, als dies bisher geschehen ist. Ein Sozialausschuss - ähnlich dem in Gütersloh - wäre auch für Ennepetal eine Chance im Bemühen um soziale Gerechtigkeit und zur Bekämpfung der Auswirkungen des Demographischen Wandels.
Stellen Sie sich vor, man würde meinem Vorschlag folgen, darüber hinaus noch einen gemeinsamen Jugend- und Seniorenbeirat einzurichten, in dem ehrenamtlich tätige Menschen mit Know How mitarbeiten. Ennepetal wäre „ein Stück lebenswerter, sozialer und wahrscheinlich auch gerechter !“

Unabhängig und trotzdem sozial
mit Tanja Eisermann in der Mittelstraße