Ja, ich trage die Verantwortung.

Wilhelm Wiggenhagen - 19.08.2011

1. Nein, ich muss nicht mit allem einverstanden sein, was Verwaltung tut (oder tun muss).
2. Ja, in der Kalkstrasse haben viele Kinder über Jahre auf einer Spielstrasse gespielt.
3. Nein, der Austausch der Schilder war keine Anordnung der Verwaltungsleitung.

So kann man in drei knappen Sätzen meine ersten Empfindungen zusammenfassen, als ich nach meiner Urlaubsrückkehr die Zeitung aufschlug und von dem - absolut verständlichen - Protest der Anlieger in der Kalkstrasse erfuhr. Selbst wenn die rechtlichen Vorschriften bestimmte Besonderheiten für eine Spielstrasse vorschreiben, so muss man sich doch vor einer solch einschneidenden Entscheidung die Frage stellen, welche Beweggründe die Vorgänger im Amt (also diejenigen, die vor gut 30 Jahren eine Spielstrasse eingerichtet haben) für die Entscheidung gehabt haben und - vor allen Dingen - warum denn bisher keine Aufsichtsbehörde tätig geworden ist . Jedenfalls hat man nicht „den Holzhammer rauszuholen“, sondern man muss den Sachverhalt mit der gebotenen Sorgfalt prüfen und - zu allererst - nach einer Entscheidung für die Anlieger suchen; und zwar so lange, bis man entweder selbst eine gefunden oder eine mit den Bürgern erarbeitet hat. So, wie hier in der Kalkstrasse, geht es auf keinen Fall und ich entschuldige mich hiermit noch einmal für das wahrlich unbedachte und taktlose Vorgehen der Verwaltung. Glauben Sie mir, darüber wird hinter verschlossenen Türen intensiv gesprochen!

Nun ist mir ein unbedachtes, von den Bürgern als gegen sie gerichtet empfundenes und völlig taktloses Vorgehen, das ich aber korrigieren kann und werde, allemal lieber, als ein sehr bedachter - politischer - Missbrauch eines Sachverhaltes in der Urlaubszeit des Bürgermeisters. Fürchten sie meine Anwesenheit Frau Kollegin oder warum konnte meine Rückkehr (ich war mal gerade 14 Tage im Urlaub) nicht abgewartet werden? Die Bürger merken ganz schnell, ob man sich mit dem Herzen für sie einsetzt oder ob man nur nach einer Möglichkeit sucht, mit einem Thema mal wieder in die Schlagzeilen zu gelangen. Und es dauert auch nicht lange, bis die gleichen Bürger feststellen, dass so manche Leserbriefe aus dem persönlichsten Umfeld stammen, nicht wahr, Frau Schöneberg, geb. Gudat! Ob es dabei wirklich um die Sache geht oder doch mehr um die persönliche Unterstützung eines Familienmitgliedes, weiß ich natürlich nicht.
Ich will aber auf jeden Fall an dieser Stelle eindeutig klarstellen, dass ich für die Meinungsfreiheit bin und diese auch jedem - in welcher Form auch immer -zubillige; aber wenn beispielsweise meine Verwandten glauben würden, mich derart in der Öffentlichkeit unterstützen zu müssen, dann würde ich es dankend ablehnen, weil es mir zu peinlich wäre. Aber vielleicht ist ein solches Empfinden nicht weit verbreitet! Ich kann ja nur von mir sprechen.
Wenn ich auch gelesen habe, dass der „Glorienschein einer heimischen Zeitung“ der stellvertretenden Bürgermeisterin verliehen wurde (…weil sie ach so gut aufgepasst hatte), so möchte ich mich an dieser Stelle bei Manfred Deneke bedanken, der die verkehrliche Entwicklung in seinem eigenen Umfeld mit Argusaugen beobachtet und der die Angelegenheit in Wirklichkeit ins Rollen gebracht hatte. Dass es so einen Ausgang nehmen würde, das konntest Du, lieber Manfred, nicht ahnen. Aber Dir geht es, so wie ich Dich kenne, überhaupt nicht um Politik - schon gar nicht um Parteipolitik -, sondern einzig und allein um die Kinder in der Kalkstraße! Und da sind wir uns einig!
Hoffe, wir sehen uns am Sonntag beim TUS oder bei den Oldtimern inne Milspe.

Schöne Grüße
Ihr
Wilhelm Wiggenhagen