Nehmen wir mal an, Sie hätten eine Frage...
Wilhelm Wiggenhagen - 07.07.2011
oder besser gesagt, ganz viele Fragen, quasi einen Katalog von Fragen, mit einem Wort:
einen Fragenkatalog.
In Ihrer Firma ist auch niemand, dem die passenden Antworten ganz leicht über die Lippen gehen und so ist Ihr Chef mit Ihrem Vorschlag einverstanden, doch einmal eine Behörde
(welche auch immer) zu bitten, Ihnen mit den Antworten auf diese zahlreichen Fragen bei der Entscheidungsfindung behilflich zu sein. Ein wenig erstaunt, aber doch letztlich zufrieden, nehmen Sie zur Kenntnis, wie viel Mühe man sich gegeben hat, Ihnen zu helfen. So hat man Ihnen eine 6-seitige Ausarbeitung vorgelegt (von den umfangreichen Anlagen einmal abgesehen) und Sie wissen, wie viele Informationen auf sechs DIN A 4 Seiten geliefert werden können. Man hat einen mündlichen Vortrag vorbereitet und die entsprechenden (26) Folien der PowerPoint Präsentation werden Ihnen übersandt. Die Angelegenheit wird ausgiebig in einer Informationsveranstaltung (für Fachleute wie Sie) erläutert und anschließend in drei ordentlichen öffentlichen Sitzungen diskutiert, also in Sitzungen, an denen Sie teilnehmen können und in denen Sie selbstverständlich das Recht haben, alles was Ihnen unklar ist, zu hinterfragen.
Ich fasse noch einmal zusammen:
1.) 6 DIN A 4 Seiten in einer Sitzungsvorlage,
2.) umfangreiche Anlagen hierzu,
3.) 26 seitige PowerPoint Präsentation,
4.) interne Informationsveranstaltung,
5.) drei öffentliche Sitzungen!
Ja, und wenn Sie danach die Antworten immer noch nicht verstanden haben sollten, dann würden Sie sich sicherlich in ein stilles Eckchen zurückziehen und der Frage nachgehen, warum ausgerechnet Sie mit „der Menge an Informationen“ so völlig überfordert sind.
Nun erwarte ich das von meiner Ratskollegin ja gar nicht .......!
Halt! Ich habe Ihnen ja noch gar nicht davon erzählt, dass ich in dieser Woche schon wieder Post von Anita Schöneberg erhalten habe. Ob Sie es glauben oder nicht, sie hat schon wieder einen Fragenkatalog geschickt. Zwar sind die Worte anders gewählt, aber die Stadtverwaltung soll wieder einmal in „gleicher Sache“ von vorne anfangen. Das geht schlichtweg zu weit, denn die Stadtverwaltung ist für ihre Bürgerinnen und Bürger da, aber nicht dazu, Ratsmitgliedern „selbstgestrickte Fragenkataloge“ immer und immer wieder zu beantworten. Jetzt ist Schluss! Die Fragen sind beantwortet und „gut ist“!
Das sieht ja offensichtlich auch die SPD im Stadtrat (Sie verstehen: Die Firma in meinem obigen Beispiel, die die Fragen auch nicht so einfach beantworten kann) so. Denn schließlich wurde die FuZo in Milspe (um die geht es nämlich) im Rat der Stadt einstimmig beschlossen und für mich sind auch bei der SPD nach den ausführlichen Diskussionen im letzten Halbjahr
(siehe oben) keine gegenteiligen Bestrebungen erkennbar. Wäre das anders, dann hätte die zweite stellvertretende Bürgermeisterin sicherlich auch im Namen Ihrer Fraktion oder Partei erneut anfragen dürfen. Dem ist wohl aber nicht so, denn schließlich hat sie einen privaten Kopfbogen benutzt.
Kommen wir zur Sache! Wenn Sie, Frau Schöneberg, die FuZo wieder für den fließenden Verkehr öffnen wollen, dann sagen sie es gerade heraus. Aber lamentieren Sie doch nicht über einen Bürgermeister, der angeblich die Interessen der Bürger nicht im Auge hat und der Ihnen bei der „schweren Entscheidung“ einfach nicht helfen will.
Stellen Sie einen Antrag, besorgen Sie sich Mehrheiten und dann wird abgestimmt (und nicht noch ein Fragenkatalog bearbeitet). Basta!
Ich jedenfalls bin für die FuZo und werde immer wachsam darauf achten, dass wünschenswerte und notwendige Verbesserungen für Anwohner und Besucher durchgeführt werden. Ich werde nach wie vor das Citymanagement bei seiner schweren Aufgabe unterstützen.
Was Sie tun, ist kontraproduktiv und „riecht verdächtig“ nach vorgezogenem Wahlkampf. Nicht mit mir, Frau Kollegin! Ich will nämlich was für meine Stadt und unsere Bürgerinnen und Bürger tun!
Trotzdem
ein kollegialer Gruß von
Wilhelm Wiggenhagen .





