"Notfalls fährst Du auch auf die Kanaren hinterher,"

Wilhelm Wiggenhagen - 22.04.2011

meinte meine Frau Ilona mit einem Grinsen im Gesicht, als wir abends in unserem Hotel auf Fuerteventura noch einmal einen Urlaubstag der ganz besonderen Art Revue passieren ließen. Ein Tag, der für ein älteres Ennepetaler Ehepaar - unbewusst - bereits Wochen vorher angefangen hatte, und zwar mit einem Anruf aus dem Rathaus.
Zur Erklärung: Es gehört zu den unverrückbaren und höchst angenehmen Aufgaben eines Bürgermeisters, Ennepetaler Ehepaaren zur Goldenen Hochzeit persönlich zu gratulieren. Natürlich „schneit“man nicht so einfach an diesem Tag ins Haus, sondern liebe Kolleginnen aus dem Rathaus erkundigen sich, ob der Besuch überhaupt erwünscht ist. So ging es auch einem Ehepaar, das sich aber entschlossen hatte, seinen besonderen Tag weit weg von zu Hause zu begehen. Ja, es sei zwar sehr nett, wenn der Bürgermeister kommen wolle, aber er möge sich bitte keine Umstände machen, denn man sei nicht zu Hause, sondern halte sich in der Sonne auf, war die Antwort auf die Nachfrage. So weit, so gut! Kein Problem, denn schließlich kann man jemandem nur dann gratulieren, wenn er auch da ist, sagten sich die Kolleginnen und betrachteten den Vorgang - zu Recht - als erledigt.
Na! Ahnen Sie, was nun kommt? Richtig!
Da sitzen wir auf der Hotelterrasse, hatten nur eben ein T-Shirt (ich allerdings mit der Aufschrift „City Management Ennepetal“) übergezogen und wurden recht bald sehr höflich, aber auch ein wenig zurückhaltend gefragt, ob wir auch aus Ennepetal seien - oder nur dieses T-Shirt trügen. Nach kurzer Zeit hatten die beiden Ennepetaler mich erkannt und „beichteten“, dass sie noch vor wenigen Tagen den Besuch des Bürgermeisters abgelehnt hätten, aber nur, weil sie abwesend seien.
Dass sich aus dieser Begegnung ein harmonisches Gespräch entwickelt hat, ich am Tag der Goldenen Hochzeit dann doch gratuliert habe (eben nur 4000 Kilometer von der Klutert entfernt), wir einen Besuch hier in Ennepetal nach unseren Rückkehren aus den Urlauben verabredet und uns letztlich über diesen Zufall sehr amüsiert haben, werden Sie, liebe Leserinnen und Leser, sicherlich verstehen. Aber so spielt das Leben manchmal!
Vielleicht sehen wir uns auch irgendwann einmal weit weg von zu Hause! Darüber würde ich mich sehr freuen!
Zunächst aber wünsche ich Ihnen ein glückliches, friedvolles und sonnenreiches Osterfest, auch - oder gerade - wenn Sie es hier im Tal der Ennepe verleben werden.
Mit österlichen Grüßen
Ihr
Wilhelm Wiggenhagen