Bürgerschaftliches Engagement: Schlag nach bei.... Köhler!

Wilhelm Wiggenhagen - 15.06.2009

Es kann wirklich nicht schaden, öfter einmal das zu verinnerlichen, was unser Bundespräsident Horst Köhler sagt.

Wer jetzt eine satirische Kolumne erwartet, der ist auf dem Holzweg. Denn es geht um das Ehrenamt und jeder, der mich vielleicht als ein bisschen „stromlinienförmig“ empfunden hat, wird am Ende feststellen, dass ich bei der Erörterung des Themas „Ehrenamt und Parteien“ eine sehr dezidierte Meinung habe und für die sogenannten etablierten Parteien auch zukünftig ein sehr „unbequemer“ Gesprächspartner sein werde.

Am 9.6.2009 hatte die CDU-Ennepetal zu einer Mitgliederversammlung in den Wiemer Hof nach Voerde eingeladen, um ihr Programm für die Kommunalwahl vorzustellen. Klar, dass auch ich als der von der CDU vorgeschlagene Bürgermeisterkandidat dazu eingeladen wurde.

Außer den üblichen Regularien interessierte mich besonders der Vortrag des Fraktionsvorsitzenden Walter Faupel über ein für die Ennepetaler CDU wichtiges Ziel in den kommenden Jahren, nämlich: Die Stärkung des Ehrenamtes in unserer Stadt und in diesem Zusammenhang die besondere Ehrung der in diesem Bereich in Ennepetal tätigen Menschen. Sehr gerne bin ich dem Wunsch gefolgt, mich ebenfalls hierzu zu äußern, weil auch mir dieses Thema ein Herzensbedürfnis ist.

Viele reden einfach von „Stärkung des Ehrenamtes“, ohne näher darauf einzugehen, was sie mit dem sehr allgemein gehaltenen Begriff eigentlich verbinden. Ich möchte gerne von der „Würdigung des Ehrenamtes“ sprechen, denn nur durch entsprechende Würdigung können wir Anreize zur Übernahme von Ehrenämtern schaffen. Wir müssen dafür sorgen, dass es wieder reizvoll ist ein Ehrenamt zu übernehmen und wir sollten auch dem bescheidensten Menschen deutlich machen, dass die Gemeinschaft für sein Handeln dankbar ist und dies anerkennt. Auch in unserer Stadt gibt es so viele Aufgaben, die in Vereinen, Verbänden und weiteren Organisationen erledigt und geleistet werden, ohne dass die Allgemeinheit - sprich die Stadt - hier eingreifen muss.

Lesen Sie bitte meine Ausführungen dazu auf meiner Webseite unter der Rubrik „Ziele“. Ich habe dort ausgeführt, dass ich mich nicht nur dafür einsetzen werde, einen Sozialausschuss als Fachausschuss unseres Stadtrates einzurichten, sondern darüber hinaus einen „Jugend- und Seniorenbeirat“, der dem Sozialausschuss und damit dem Stadtrat zuarbeiten sollte. Dazu gehören ehrenamtlich tätige Menschen, idealer weise mit entsprechendem Know How ausgestattet. Ich bin davon überzeugt, dass wir viele solcher Menschen haben in Ennepetal, die gerne und mit Engagement auch eine solche Aufgabe wahrnehmen würden, wenn sie nur entsprechend wahr- und ernst genommen würden.
Für mich ist das ein wichtiger Beitrag dazu, den in der heutigen Zeit drängenden Problemen - gerade im sozialen Bereich - erfolgreich entgegenzutreten.

Gelingen wird dies aber nur, wenn wir in unserer Stadt genügend Menschen für eine solche Aufgabe begeistern können. Ich jedenfalls werde es immer und immer wieder versuchen.


Gerade aber für die etablierten Parteien - und so auch die CDU - sollte die Antwort auf die Frage, ob „ sich die Bürger in Ennepetal überhaupt mitgenommen fühlen von der Politik oder eben nicht“ von elementarer Bedeutung sein. Denn nur dann, wenn sich die Menschen ausreichend ernst genommen fühlen, sind sie auch bereit, sich für ein Gemeinwesen (eine Stadt) zu engagieren und entsprechend einzubringen.

Und hierzu hat auch unser Bundespräsident Horst Köhler Stellung bezogen. Seine Thesen passen wie „ die Faust aufs Auge“ zum Thema Ehrenamt und der dafür notwendigen Bereitschaft, sich auch ehrenamtlich zu engagieren.

Der Bundespräsident hat sich in der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Köhler“ am 23.5. dieses Jahres u.a. .auch zum Thema „Bürgerbeteiligung“ geäußert. Und zwar mit folgenden Kernsätzen:

1. „Parteien müssen reagieren auf die Frage, warum immer mehr Bürger nicht bereit sind, einer Partei beizutreten.“

2. „Politik muss den Bürger ernst nehmen.“

3. „Gebt den Bürgern mehr Möglichkeiten, Ihre Ideen, Ihre Tatkraft auszuleben.“

Genau das sind Themenfelder, denen wir uns – auch in Ennepetal – stellen müssen und zwar alle demokratischen Parteien und Wählergruppen. Ich jedenfalls bin gewillt die Bürger ernst zu nehmen, denn nur dann werden wir es schaffen, Bürger/innen an die Stadt zu binden und für die in unserer Stadt anstehenden Probleme zu interessieren. Es reicht aber nicht, wenn ein Einzelner, auch wenn er Bürgermeister sein sollte, dies tut. Nein, nur wenn alle „an einem Strang ziehen“ und wenn wir diese Fragen zufrieden stellend beantworten und entsprechend reagieren wird es mit dem Ehrenamt wieder bergauf gehen.

Was ich tun kann, werde ich tun, auch oder gerade wenn ich Bürgermeister bin. Für die Beantwortung der Frage Nummer 1 fühle ich mich allerdings nur bedingt zuständig. Wichtig jedoch ist es mir, dieses Thema immer und immer wieder anzusprechen und die Anregung zu geben, darüber ernsthaft nachzudenken und vor allen Dingen auch oder gerade hier vor Ort in Ennepetal im Zusammenhang mit der Stärkung des Ehrenamtes nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Als Bürgermeister dieser Stadt werde ich dieses Themenfeld nicht nur weiter mit den Ennepetaler Politikern diskutieren, sondern ernsthaft versuchen, Antworten und praktikable Lösungen zu finden.

Ich erlaube mir abschließend an dieser Stelle den Bürgermeister Michael Eckhardt zu zitieren, der hier und da schon einmal sagte: Meine folgende Aussage ist kein Versprechen, sondern eher eine Drohung !

„Ich werde im Dialog mit der Politik über dieses Thema ganz sicher immer ein „unbequemer“ Bürgermeister sein,
- auch für die CDU!

Bürgerschaftliches Engagement: Schlag nach bei.... Köhler!
Mit der Vorsitzenden des Henri-Thaler-Vereins Edda Eckhardt bei der CDU-Versammlung im Wiemer Hof.